‚Gullydeckel‘ Felgenrestauration

Oder naja, eher ‚Auffrischung‘ denn Restauration. Wie das so ist mit uralten Felgen; es finden sich viele Schichten Lack auf teilweise korrodiertem Alu.

Die schnelle Methode eine Basis für neuen Lack zu schaffen ist sandstrahlen oder eine chemischeTauchbadentlackung. Das ist aber zu einfach und kostet auch Geld. Paar Bögen Schleifpapier kosten fast nichts ausser Kraft und Zeit. 

Also loslegen. Zunächst wird bereits abblätternder Lack mit einer scharfen Klinge abgeschabt. Dann folgt ein Schleifgang mit 80er Schleifpapier. Fehlstellen werden so großflächig wie möglich angeschiffen, das macht den Lackaufbau einfacher und reduziert die Gefahr von Kanten im Lack. Korrosion so weit wie möglich abschleifen; hier haben die kostenverursachenden Methoden einen ganz klaren Vorteil! Aber man kommt auch per Hand sehr weit.

Zuerst aber mal: putzen, schrubben, reinigen und Bremsstaub entfernen!

Als nächstes folgt ein Durchgang mit 120er Schleifpapier, nochmals großflächiger um die Spuren des 80er Papier zu beseitigen. Dann kommt ein Durchgang mit 320er oder 400er Schleifpapier. Je nach Lack trocken oder nass. Setzt sich das Papier schnell zu, nass schleifen. Radius wieder ausweiten. Auf diesen Schleifgang folgt ein Durchgang mit 800er nass, nochmal großflächiger. Auf diesen folgt dann ein Durchgang mit entweder 1200er Papier nass oder Schleifvlies. Diesen Durchgang ruhig ausdehnen. Am schwersten ist es, ‚in‘ den Speichen zu arbeiten, hier braucht’s Geduld und schmale Finger.

Ist die Oberfläche überall glatt wie Babypopo, kann die Sache mit dem Lack angefangen werden. Je nach Anspruch kommt jetzt Grundierfüller drauf, und dann nochmal ein Schliff mit Vlies. Das füllt kleine Kratzer, Macken usw. Ich hab direkt mit einem Haftgrund angefangen. Nein, halt. Stimmt nicht… Ordentlich Schleifstaub abwaschen und entfetten kommt davor noch. Aber dann:

Wenn aufgetragen, ablüften lassen und in der Zeit die nächste Dose aufschütteln; die Farbe. Hier: Silber bzw. ‚Alu-Effekt Lack‘. Uh, oh, yeah! 😀 Naja, Hauptsache nicht bunt.

Schaut ziemlich stumpf aus? Ja. Der Lack ist matt. Macht aber nichts, denn während dieser ablüftet wird die Dose mit dem glänzenden Klarlack aufgeschüttelt und durchgemixt. Und dann aufgebracht.

Man sieht noch eine matte Stelle; so lange nebeln, bis der noch nasse Lack zusammenläuft und zu glänzen beginnt. Das ist die Herausforderung bei Sprühdosen! Überall Glanz erzeugen – und dabei Nasen vermeiden.

Und jetzt die Frage: wie kommt der Lack zwischen die Speichen? Die Antwort lautet; so:

Felge auf einen Ständer setzen und von 4 Seiten lackieren. Die Gegenüberliegende Seite und die Seiten, dann 180° wandern, gleiches Sprühbild, 90° wandern, sprühen, 180° wandern, sprühen und so weiter. Winkel nicht ZU spitz wählen und schön in die Vertiefungen der Speichen nebeln. So bekommt man überall einen guten Lackauftrag.

Dann noch die Nabenkappen auf die gleiche Weise behandeln und – dann noch 3x wiederholen. Örks. Aber: gibt Muckies & schöne Felgen 😀

Mir hat jeweils eine Dose für 3 15″ Felgen gereicht. Also besser gleich je 2 Dosen kaufen und großzügiger auftragen. Und besser schauen, dass man keine Wasserfarbe nimmt sondern den guten ollen Acryllack mit Kampfstofflösungsmittel.

Und bei allen Arbeiten einen GUTEN Atemschutz tragen!! Empfehlung: 3M 7500er Serie Halbmasken mit zusätzlichem Feinstaubfilter. Nützt ’nem Bärtigen allerdings nichts. Bärtige Lackierer sind higher… 😉

Ein Gedanke zu „‚Gullydeckel‘ Felgenrestauration

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